Tag der Offenen Tür bei GEO600 am 30. Juli 2017

05. Juli 2017

Den Gravitationswellen-Detektor bei Sarstedt besuchen und Spitzenforschung aus erster Hand erfahren


Besichtigung des Zentralgebäudes  von GEO600 beim Tag der Offenen Tür im Jahr 2014.
© B. Knispel/AEI

Am Sonntag, den 30. Juli 2017, laden das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut; AEI) und das Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover zum Besuch beim deutsch-britischen Gravitationswellen-Detektor GEO600 nahe Sarstedt. Zwischen 11 und 16 Uhr informieren Forschende auf dem Detektorgelände über das nun begonnene Zeitalter der Gravitationswellenastronomie und die entscheidenden Beiträge von GEO600 als Ideenschmiede der internationalen Forschung.

Was? Tag der Offenen Tür beim Gravitationswellen-Detektor GEO600 für alle Interessierten mit Führungen, Exponaten und Kurzvorträgen
Wann? Sonntag, 30. Juli 2017 von 11 bis 16 Uhr
Wo? Ruthe bei Sarstedt, Anreise wie unten beschrieben mit Auto und/oder Fahrrad

Ein neues Zeitalter der Astronomie
Mit der ersten direkte Messung von Gravitationswellen im September 2015 wurde erstmals eine neue Tür zur unsichtbaren, „dunklen“ Seite des Universum aufgestoßen. Seitdem gab es zwei weitere sichere Beobachtungen der Gravitationswellensignale verschmelzender Schwarzer Löcher – ein neues Zeitalter der Astronomie hat begonnen. GEO600 ist maßgeblich daran beteiligt, denn hier werden neue Technologien zum Aufspüren von Gravitationswellen entwickelt und erprobt. Diese sind von entscheidender Bedeutung für die Empfindlichkeit der advanced LIGO-Detektoren in den USA, die den ersten direkten Nachweis erbrachten, der als heißer Kandidat für einen Nobelpreis der Physik gilt.

Spitzenforschung aus nächster Nähe
Beim Tag der Offenen Tür am 30. Juli 2017 erhalten Besucher zwischen 11 und 16 Uhr Informationen aus erster Hand über die Grundlagenforschung und die tägliche Arbeit am Gravitationswellen-Detektor GEO600.

Führungen über das Detektorgelände mit Einblicken das Herz der hochempfindlichen Messanlage (ab 16 Jahren) werden nach Bedarf durchgeführt. Exponate, Kurzvorträge und Gespräche mit Wissenschaftlern runden das Besichtigungsangebot ab.

Bitte beachten Sie, dass das Zentralgebäude von GEO600 ein Laserschutzbereich ist und aufgrund gesetzlicher Bestimmungen erst ab 16 Jahren betreten werden darf. Für alle anderen Stationen auf dem GEO600-Gelände gibt es keine Alterbeschränkungen.

Technologieschmiede GEO600


GEO600 aus der Luft
© Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/Milde Marketing

Quadrocopter-Flug über das Detektorgelände
Die GEO-Kollaboration, ein Team von Forschenden der Max-Planck-Gesellschaft, der Leibniz Universität und aus Großbritannien betreibt seit Mitte der 1990er Jahre den Gravitationswellen-Detektor GEO600 südlich von Hannover. GEO600 ist ein Entwicklungszentrum für neuartige und fortschrittliche Technologien in der internationalen Gravitationswellenforscher-Gemeinschaft. Viele Schlüsseltechnologien, die die nie zuvor erreichte Empfindlichkeit der LIGO-Observatorien und die bahnbrechenden Entdeckungen ermöglichen, wurden bei GEO600 entwickelt und getestet.

AEI-Forschende zusammen mit dem Laser Zentrum Hannover e.V. entwickelten, bauten und installierten die Hochleistungslaser im Herzen der LIGO-Instrumente. Entscheidende Verbesserungen im optischen Messprinzip wie Leistungs- und Signalüberhöhung, aber auch die besondere Aufhängung der Spiegel zur Isolation von seismischen Störungen wurden zuerst bei GEO600 in einem großen Gravitationswellen-Detektor demonstriert.

Quantenmechanische Tricks für die Zukunft der Gravitationswellen-Astronomie
GEO600 ist darüber hinaus derzeit der einzige Gravitationswellen-Detektor weltweit, der sogenanntes Quetschlicht einsetzt, um fundamentales Quantenrauschen zu unterdrücken und die Empfindlichkeit bei hohen Frequenzen zu verbessern. Zukünftig werden alle Gravitationswellen-Detektoren auf der Erde solche Quetschlichtquellen wie die von GEO600 verwenden, um ihre Empfindlichkeit weiter zu steigern.

Internationale Forschung
GEO600 ist wird gemeinsam vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover, der Leibniz Universität Hannover und Forschungsgruppen an den Universitäten Cardiff und Glasgow betrieben. An der Finanzierung beteiligen sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Land Niedersachsen, die Max-Planck-Gesellschaft, der britische Science & Technology Facilities Council und die VolkswagenStiftung.

Anfahrt mit dem Fahrrad
Das GEO600-Gelände liegt südlich der Leineaue nahe der Innerste und kann ideal über einen Abstecher vom Radwanderweg „Grüner Ring“ erreicht werden. Ein Besuch bei GEO600 lässt sich bestens mit einer Fahrradtour verbinden. Mit Ihrem Rad können Sie direkt bis zum Zentralgebäude von GEO600 vorfahren. Zur Orientierung kann die in der rechten Spalte dieser Seite verlinkte Fahrradkarte dienen.

Anfahrt von Hannover mit dem Auto und Parkmöglichkeiten
Mit dem Auto: Nehmen Sie die B6 (Messeschnellweg) nach Süden und biegen Sie bei „Sarstedt/Heisede“ rechts ab. Rechts abbiegen nach Heisede, dann bei „Schulenburg/Ruthe“ links ab. In Ruthe rechts abbiegen. Nach dem Überqueren der Leine am EXPO-Zeichen (bzw. an dem weißen Hinweisschild „Universität Hannover/Versuchsgelände“ oder dem grünen Hinweisschild „Schäferberg“) rechts abbiegen.

Bitte fahren Sie mit Ihrem Auto nicht bis zum Zentralgebäude von GEO600. Bei Anreise mit dem Auto nutzen Sie bitte die Parkmöglichkeiten am Lehr- und Forschungsgut Ruthe der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Sie können dort am Gutshaus (s. Karte rechts) oder an den Geflügelhäusern (ein Stück die Straße herunter) parken. Von dort ist es ein kleiner Spaziergang von etwa einem Kilometer bis zum Zentralgebäude des Gravitationswellen-Observatoriums entlang der 600 Meter langen Lasermessstrecke von GEO600. Der Weg ist mit Informationstafeln ausgeschildert.

Weitere Informationen:
http://www.geo600.org/tdot2017

Kontakt
Dr. Benjamin Knispel
Pressereferent Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik Hannover
Telefon: +49 511 762-19104
Fax: +49 511 762-17182
E-Mail: benjamin.knispel@aei.mpg.de