Gegen die geplante Schließung des Studiengangs Psychologie in Bremen

23. Juni 2014

DGPs und BDP protestieren gemeinsam!

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) kritisiert gemeinsam mit dem Berufsverband Deutsche Psychologinnen und Psychologen (BDP) die Pläne der Bremer Wissenschaftssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt.
 
„Psychologie und gut ausgebildete Psychologen werden in der Gesellschaft gebraucht und gesucht“, moniert DGPs-Präsident Prof. Jürgen Margraf diese äußerst besorgniserregende Entwicklung – „Qualitativ hochwertige psychologische Dienstleistungen werden in vielen Bereichen verstärkt nachgefragt. In der Psychotherapie gibt es bereits heute eine deutliche Versorgungslücke, die sich in Wartezeiten auf Therapieplätzen von 14 bis 17 Wochen je nach Region abzeichnet!“
 
Der drastische Anstieg der Arbeitsausfälle und Frühberentungen aufgrund psychischer Störungen stelle unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen, die, wenn sie nicht gemeistert werden, das Gesundheitssystem bereits in wenigen Jahren an den Rand seiner Leistungsfähigkeit bringen können. Aus diesem Grund fordern BDP und DGPs, dass die Aufrechterhaltung des Studienangebots eine hohe Priorität haben sollte.
 
Seit Jahren besteht in der Psychologie eine außerordentliche Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage von Studienplätzen. Eine Schließung von Instituten in Deutschland würde die Studiensituation in den deutschsprachigen Nachbarländern, insbesondere Österreichs, belasten. Derzeit bietet die Universität Bremen einen Bachelorstudiengang in Psychologie und einen darauf aufbauenden Masterstudiengang in Klinischer Psychologie an. Bremen ist die einzige Universität im nordwestdeutschen Raum, die einen grundständigen Studiengang in Psychologie anbietet, der eine postgraduale Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten oder zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten erlaubt und damit den Zugang zu einem psychotherapeutischen Beruf ermöglicht.
 
Aber auch andere Berufe in der Psychologie werden nachgefragt: zum Beispiel Wirtschaftspsychologen, die bei Veränderungen für Unternehmen und Beschäftigte mitwirken, um auf die Anforderungen des gesellschaftlichen Wandels, adäquat reagieren zu können und in Betrieben entsprechende arbeitspsychologische Maßnahmen durchführen können. So kann die Wirtschaft angesichts des demografischen Wandels handlungsfähig bleiben.
 
Weitere Informationen:
Prof. Jürgen Margraf
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Psychologie
Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie
Bochumer Fenster 3/ 01
Massenbergstraße 9-13
44787 Bochum
T: 0234 3223169
E-Mail: juergen.margraf@rub.de